Wohnzimmergottesdienst am 1. September 2019

Eine Wohnzimmerkirche ist nicht jedermanns Sache, hat aber durchaus einen besonderen Charme. Zu zwölft waren wir. Jeder hatte Platz auf Rattan-Sofas und Sesseln, ein schier unverwüstliches Material in den Tropen. Gudrun Löwner hatte die Einrichtung wiedererkannt. Sie war Pfarrerin in der Gemeinde um die Jahrtausendwende. Es war ein Geschenk für uns, dass diese gute alte Freundin und Kollegin aus Bangalore uns so schnell besucht hat. Ihren treuen Mitarbeiter John David konnten wir auch willkommen heißen.

Wohnzimmerkirche: Das bedeutet in Delhi, man hat niemanden, der die Lieder begleitet. Wir haben trotzdem geschafft zu singen. Mit Kargem zurecht kommen härtet ab. Der Predigttext über Hiob, dem in seinem Elend einfällt, nicht über Gott, sondern mit Gott zu diskutieren, verlangte einiges ab an Vorbereitung und an Mitdenken für die Hörenden. Krisen sind Grenzerfahrungen und es tut gut, sich mal damit auseinanderzusetzen, wie man mit seiner Krise umgehen kann. Grenzerfahrungen mussten auch die Politiker in Sachsen und Bandenburg machen, als abends die Ergebnisse der heutigen Landtagswahlen über die Bildschirme flimmerten.

Wohnzimmerkirche: Das bedeutet auch gemütliches Beisammensein nach dem letzten Amen. Herta hatte Snacks vorbereitet. Für Kaffee, Tee und Wasser sorgte professionell unsere gute Seele Rajan. Die Mitglieder des Gemeindekirchenrats waren komplett vertreten. Da ließ sich bei einer Tasse Tee oder einem Stück Apfel locker weiter planen. Die Swagatgruppe – eine Institution in Delhi: Damen, die schon lange Jahre in Delhi wohnen – war auch Thema. Einige Mitglieder waren gekommen und besprachen mit Herta und mir, wie die Gruppe wieder belebt werden kann. Gudrun Löwner war in ihrem Element und verkaufte ihre mitgebrachten Schals, Tücher und Taschen, dies als Einstand für unsere klamme Gemeindekasse. Etliche Waren ließ sie zum Verkauf da. Ein guter Start für die kommende Basar-Saison.

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