Weihnachtsstern wird Pandemie-Stern

Meine vorweihnachtliche Reise heute führt uns nicht in den Himmel, aber an den Himmel. Es geht um den Weihnachtsstern oder den Stern von Bethlehem. Das war eine Dreifachkonjunktion der Riesenplaneten Jupiter und Saturn im Jahre 6 vor unserer Zeitrechnung. Aber davon später.

Am 21. Dezember dieses Jahr erleben wir auch wieder eine beeindruckende Annäherung der beiden Planeten, eine „große Konjunktion“. Jupiter und Saturn kommen sich bis auf 6 Bogenminuten nahe, das ist ein Fünftel des Vollmonddurchmessers. Da wir in München am Montag Bewölkung erwarten, aber heute bis Samstag Hochdruckwetter angesagt ist, lohnt sich schon jetzt ein Blick am frühen Abend zwischen 17 und 18.30 Uhr an den Südwesthimmel. Denn dieses Himmelsereignis kommt nur alle 20 Jahre vor, eine solch große Nähe der Planeten allerdings erst wieder am 15. März 2080.

Der Stern von Bethlehem

Doch was hat das Rendezvous der beiden Riesenplaneten mit Weihnachten zu tun? Astronomen haben berechnet, dass es im Jahr 6 vor unserer Zeitrechnung (oder 7 v. Chr.) eine Dreifachkonjunktion von Jupiter und Saturn gegeben hat. Nicht nur der Evangelist Matthäus (Matth. 2, Verse 1-12), berichtet von einer Delegation Magier, die sich von Babylonien nach Jerusalem aufmachten, sondern auch Keilschrifttexte der spätbabylonischen Astronomie. Dreifachkonjunktion bedeutet, dass sich im Laufe einiger Monate Jupiter und Saturn dreimal begegnen, ein sehr seltenes Ereignis. Johannes Kepler beobachtete 1682/83 eine solche Dreifachkonjunktion und berechnete daraufhin, dass der „Stern von Bethlehem“ eine Dreifachkonjunktion im Sternbild der Fische gewesen sein muss.

Den Magiern, die sich damals nach Jerusalem auf den Weg machten, waren mit der babylonischen Astrologie vertraut. Darin wurde Jupiter gleichgesetzt mit dem obersten Gott Marduk. Saturn galt als Beschützer des jüdischen Volkes und war der Stern der Weisheit und der Gerechtigkeit. Die damaligen Astronomen waren es gewohnt, besondere Himmelsereignisse zu deuten. Ich beziehe mich dazu auf die Ausführungen von Martin Gaida von der Deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft (DLR):
Für die damaligen Astronomen bedeutete diese Himmelserscheinung, dass die alte Weltordnung zu Ende gehen und ein neuer König der Gerechtigkeit und des Friedens auftreten würde. Die Heimat dieses Königs müsse im Westen liegen, in Palästina, weil sich die „größte Konjunktion“ im Zentrum des Sternbilds der Fische ereignete. Palästina war diesem Sternbild zugeordnet. Das Himmelsschauspiel zog sich über einen Zeitraum von Mai bis Dezember hin. Es wäre also denkbar, dass sich eine Delegation von Astronomen auf die ein- bis zweimonatige Reise durch die Wüste in den Westen aufgemacht haben könnte mit einem hellen Wegweiser am Himmel beim Wandern in der Nacht in den Morgen hinein.

Für uns Christen ist der „Stern von Bethlehem“ ein Sinnbild der Hoffnung und des Neuanfangs durch den „neugeborenen König der Juden“ Jesus (Matth. 2,2). Martin Gaida deutet auch die gegenwärtige große Konjunktion von Jupiter und Saturn für unsere Zeit. Er schreibt:
„Wer würde sich nicht nach einem solchem Zeichen des Friedens und der Hoffnung sehnen am Ende eines Jahres, das von einer aufreibenden weltweiten Pandemie gezeichnet ist? Die „Wiederkehr“ des Sterns von Bethlehem könnte man am Ende dieses schicksalshaften Jahres geradezu als eine Andeutung des Himmels verstehen, dass schon bald bessere Zeiten anbrechen werden.“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Quelle: DLR – Blogs – Alle Blogeinträge – Die große Konjunktion von Jupiter und Saturn

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