Republic Day

Am Sonntag, 26. Januar feierte Indien den Republic Day. An diesem Tag im Jahr 1950 trat die indische Verfassung in Kraft. War auch nach der Unabhängigkeit 1947 noch drei Jahre danach der britische Monarch Kaiser von Indien, wurde nun der Staat eine Republik und Indien die größte Demokratie der Welt. Um diesen Tag zu würdigen ist der Tag ein staatlicher Feiertag, an dem in New Delhi eine große Militärparade stattfindet. Die Paradestraße, der Rajpath, führt vom Präsidentenpalast zum India Gate. Land-, See- und Luftstreitkräfte sind daran beteiligt, die in Paradeuniform an der Ehrentribüne vorbeiziehen und auch die neuesten Waffen zeigen. Auf unserem Balkon konnte man die über das Gelände donnernden Düsenjets hören.

Dieses Jahr waren jedoch die Feierlichkeiten von Demonstrationen in Delhi und in anderen Staaten überschattet. Im südlichen Bundesstaat Kerala formierte sich eine Menschenkette, die mit 7 Millionen Menschen eine Kette von einer Grenze zur anderen ziehen wollte. So demonstrierten sie gegen die Einführung des Staatsbürgerschaftsänderungsgesetzes. Die Absicht dieses Gesetzes ist, verfolgten religiösen Minderheiten, darunter auch Christen die Staatsbürgerschaft zu verleihen, wenn sie vor 2014 aus Pakistan, Bangladesch oder Afghanistan geflohen sind. Im Prinzip nicht schlecht, doch der Zorn richtet sich gegen die Ausgrenzung der Muslime, z. B. der Rohingyas, die ebenso verfolgt werden. Wenn dieses Gesetz mit der Einführung des Nationalen Bürgerregisters verbunden wird, droht vor allem der indigenen Bevölkerung und vielen Muslimen, dass sie für illegal erklärt werden, weil sie nicht mit offiziellen Dokumenten ihre Zugehörigkeit zu Indien nachweisen können. Indien ist von der Verfassung her ein säkularer Staat, der allen Menschen die gleichen Rechte gewährt und erklärt, dass niemand wegen seiner Religion benachteiligt werden darf. Mehr darüber hier: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/indien-proteste-staatsbuergerschaftsgesetz-100.html

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