Glückliche Sieger

Hier noch ein kleiner Schwank aus dem November letzten Jahres.

Am 26. November wollte ich auf dem Indira Gandhi Airport Herta abholen, die zu Besuch bei Tochter Eva und Familie in Singapur war. Meine Geduld wurde dabei sehr strapaziert, aber gerade dadurch hatte ich das Glück zu erleben, wie man in Indien Sieger feiert. Doch zuerst erfuhr ich auf der Suche nach einer Toilette schmerzhaft, dass Du in den asiatischen Flughäfen (außer Singapur natürlich) nicht ohne Flugticket rein kommst, auch nicht zum Abholen bei der Ankunft. Bis auf eine Ausnahme: An einem Schalter holst Du ein Ticket für 100 Rupien. Dann darfst Du rein. Ich also hin. „Ach, haben Sie Gepäck dabei?“ Ja, diesen kleinen Rucksack.“ „Dann dürfen Sie nicht rein.“ Die Blase drückte langsam beachtlich und ich wurde etwas verzweifelt. Schließlich fand ich auf einer Toilette in der Metrostation Erleichterung. Gegen Bezahlung natürlich.

Dann sah ich auf dem Display: Der Flug kommt eineinhalb Stunden später an. Jetzt wird es ein richtiger Mist-Tag! Also erst mal was zu essen gesucht. Oh Wunder! Außerhalb des Terminals gab es tatsächlich einen Imbiss. Plötzlich hörte ich lautes Trommeln. Das Essen war schnell verschlungen und ich zog los. Am Ausgang 5 warteten Leute mit indischen Fahnen, gelben Blumenkränzen und den lautstarken Trommlern. Auf wen? Politiker? Filmstar? Meine Trommelfelle wurden auf einmal unerträglich strapaziert, so kräftig wie die Jungs auf ihre Trommelfelle einhieben. Laute Rufe, dichtes Gedrängel: Ein Jugendlicher wurde emporgehoben und über und über mit Blumen bekränzt. Ein junger Gott! Dann kam noch einer und noch einer, das Gedränge dichter und lauter. Ich fragte nach: Die Wrestling-Jugendmannschaft war eingetroffen, die die Woche vorher im chinesischen Taipei bei den asiatischen Wrestling-Wettkämpfen in der Klasse der unter 15-Jährigen sechsmal Gold geholt hatte. Die Begeisterung riss mich mit. Ja, so sehen Sieger aus. Übrigens: Herta ist auch noch gekommen. Unbekränzt und ganz bescheiden, doch ich war froh.

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